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Inventur & Sicherheitsmonitoring

Computer Vision revolutioniert zwei kritische Bereiche: Bestandsmanagement und Sicherheitsüberwachung. Statt manueller Zählungen und passiver Kameraüberwachung ermöglicht AI proaktives, automatisiertes Monitoring in Echtzeit.

Shelf Scanning im Einzelhandel

Das Problem

Fehlbestände (Out-of-Stock) kosten den Einzelhandel weltweit über 1 Billion USD pro Jahr. Ein Produkt, das nicht im Regal steht, wird nicht gekauft — der Kunde geht zum Wettbewerber.

AI-gestütztes Shelf Monitoring

Wie Computer Vision Regale überwacht:

Fixe Kameras:

  • An strategischen Positionen montiert (Regalende, Decke)
  • Kontinuierliches Monitoring in Echtzeit
  • Alert bei leerem Regal oder falschem Produkt

Mobile Roboter:

  • Autonome Roboter (z. B. Tally von Simbe Robotics, Badger Technologies) scannen Regale regelmäßig
  • 3D-Vision für vollständige Regalerfassung
  • Fahren nachts oder in ruhigen Stunden

Mitarbeiter-Apps:

  • Smartphone-basierte Regalerkennung
  • Mitarbeiter fotografiert Regal → AI analysiert in Sekunden
  • Einfachste und günstigste Lösung für den Einstieg

Was AI erkennt

  • Out-of-Stock: Welche Produkte fehlen? Seit wann?
  • Planogramm-Compliance: Stehen Produkte am richtigen Platz?
  • Preisschilder: Stimmen Preisschilder mit dem System überein?
  • Facing Count: Wie viele Produkte sind nach vorne ausgerichtet?
  • Wettbewerber-Monitoring: Welche Konkurrenzprodukte sind daneben platziert?

Ergebnisse

  • Out-of-Stock-Reduktion: 30–50 %
  • Umsatzsteigerung: 2–5 % durch bessere Regalpflege
  • Personaleffizienz: Bestandscheck in 10 Minuten statt 4 Stunden

Video-Surveillance mit AI

Von passiv zu proaktiv

Traditionelle Videoüberwachung: Ein Sicherheitsmitarbeiter beobachtet 20 Bildschirme gleichzeitig — und übersieht 95 % der relevanten Events. AI-Videoanalyse erkennt automatisch:

  • Perimeter-Schutz: Person betritt gesperrten Bereich → Sofort-Alert
  • Loitering Detection: Person hält sich ungewöhnlich lange an einem Ort auf
  • Crowd Detection: Menschenansammlungen, die ein Sicherheitsrisiko darstellen
  • Fahrzeug-Erkennung: Unbekannte Fahrzeuge, falsch geparkte LKWs
  • Objekt-Erkennung: Zurückgelassene Taschen, Pakete in sensiblen Bereichen

Industrielle Sicherheit

In Produktionsumgebungen:

  • PPE Detection: Trägt der Mitarbeiter Helm, Schutzbrille, Weste?
  • Zonen-Monitoring: Betritt jemand eine Gefahrenzone bei laufender Maschine?
  • Stürze: Automatische Sturzerkennung (Person liegt am Boden)
  • Brandfrüherkennung: Rauch- und Funkenflug erkennen, bevor Feuermelder anschlagen

Anomalie-Erkennung

Ungewöhnliches Verhalten erkennen

AI lernt den "Normalzustand" und flaggt Abweichungen:

  • Bewegungsmuster: Mitarbeiter, der normalerweise Route A nimmt, geht plötzlich zu Bereich B
  • Zeitliche Anomalien: Aktivität außerhalb der Geschäftszeiten
  • Objektveränderungen: Etwas wurde verschoben, hinzugefügt oder entfernt
  • Verhaltensänderungen: Hektisches Verhalten, Laufen statt Gehen

Datenschutz und Ethik

DSGVO-Anforderungen:

  • Transparenz: Hinweisschilder, Datenschutzerklärung
  • Rechtsgrundlage: Berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f) — Abwägung mit Persönlichkeitsrechten
  • Speicherbegrenzung: Aufnahmen nach 48–72 Stunden löschen (außer bei Vorfällen)
  • Kein biometrisches Tracking: Gesichtserkennung in öffentlichen Bereichen ist in der EU stark eingeschränkt (EU AI Act)

Best Practices:

  • Privacy by Design: Personen-Tracking nur anonymisiert (Heatmaps statt Individuen)
  • Betriebsrat einbinden: Vor Einführung Betriebsvereinbarung abschließen
  • Zweckbindung: Daten nur für definierten Sicherheitszweck nutzen

Wichtig: Die technischen Möglichkeiten überschreiten oft die rechtlichen Grenzen. Nur weil Computer Vision etwas kann, heißt das nicht, dass Sie es dürfen.